PV-Reformationsausflug nach Zürich
- Thema:
- PVO-Action
- Erstellt am
- 18.09.2026
- Autor:
- Tatjana Carpino Satz
(Auf den) Spuren der Reformation in ZürichNach oben ↑
Neun waren wir am Gedenktag von Felix und Regula, den Stadtheiligen Zürichs. Neun, die von Bern, Langenthal und Olten kommend im Hauptbahnhof Zürich zusammenkamen. Mit 25' Verspätung wegen Zugverspätung starteten wir. Ab da waren kleine Fussmärsche in Zürich angesagt, mal rauf, mal runter in der Altstadt.
Wo gibt's den nächsten Kaffee? Wo kann man sich setzen? Wo ein Bisschen meditieren? Die Bedürfnisse waren so gemischt wie unsere Gruppe. Doch alle hielten Schritt mit der straffen Führung durch bekannte und weniger bekannte Ecken von Zürichs Innenstadt. Immer auf den Spuren von Täufern, Reformatoren und Hugenotten.
Nur schade, dass die geplante Fahrt mit dem Polybähnli nicht zustandekam, "Wartungsarbeiten" stand auf dem Plakat. "Bitte benutzen Sie Tram 6 oder 10". Trotzdem kamen wir rechtzeitig in der ETH-Mensa an und schnupperten wieder einmal Studiumsluft. Erinnerungen kamen hoch.
Dass wir dann doch immer wieder zu Kaffee, Glacé und Verschnaufpausen kamen, dafür sorgte ich gerne und spontan. Und ganz nebenbei erfuhr die Gruppe vor Ort, wo die Zürcher damals Unrecht taten an den Täufern und sich viel später, bei deren Nachfahren, dafür entschuldigten. Oder wo sie eine Kirchenrevolution lostraten mit einer Wurst zur falschen Zeit. Und wo man Zürichs bekannteste Grillwurst am See geniessen kann.
Auch wo Zwingli zuhause am Tisch sass, lebte, schrieb, wirkte und studierte standen wir im Gedenken an vergangene Zeiten. Und was davon heute in der Kirche und in unserem Beruf noch spürbar ist, das begleitete uns auf dem Weg ebenso, wie die Eindrücke eines Zürichs, das dieser Gruppe so nicht bekannt gewesen war.
Es war mir eine Freunde und Ehre, meine Heimatstadt unter einem neuen Blickwinkel zeigen zu dürfen und die Gruppe zu guter Letzt noch in "meine" Église zu führen. Dort im Licht der Orgellampen auf der Empore, berührten wir mit unserem Gesang von "A toi la gloire" aus dem Kirchgesangbüchlein "Alléluia" den Organisten, der uns dazu begleitete. Im Gegenzug berührte uns sein Orgelspiel, als er zuvor noch am Üben war.
Wer dabei war, wird den Ausflug kaum wieder vergessen und wer weiss, vielleicht mache ich es ja wieder einmal. ;-)
Tatjana Carpino Satz,
Vorstandsmitglied